Archipel

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KOLUMBIEN: Krieg oder Frieden?

KOLUMBIEN: Krieg oder Frieden?

Cynthia ist Kolumbianerin. Sie hat gemeinsam mit ihrem Partner ein landwirtschaftliches Projekt im Süden Kolumbiens aufgebaut und ist Mitglied des Saatgutnetzwerkes «Wächter_innen der Samen des Lebens“, das wir bereits im Archipel vorstellten1. Als sie uns Ende Juni in Frankreich besuchte, fragten wir sie, wie sie die Situation in Kolumbien nach dem Friedensabkommen sieht.Wenn ich in Europa erzähle, dass ich aus Kolumbien komme, haben Menschen, die nur wenig über das Land wissen, zwei Bilder im Kopf: Gewalt und Drogen. Sie fragen sofort, ob es nicht sehr gefährlich ist, in diesem Land zu leben. Besser informierte Menschen stellen mir Fragen über den aktuellen Friedensprozess und äussern ihre Hoffnung, dass die Gewalt endlich ein Ende nimmt. Das Land lebt seit den 40er Jahren in einem offenen inneren Krieg, in dem verschiedene Guerillabewegungen entstanden sind, um gegen den Landraub durch Grossgrundbesitzer zu kämpfen. In diesem Artikel werde ich anhand einiger Zahlen versuchen, die aktuelle Situation zu beschreiben und verständlich zu machen, komme aber zu mehr Fragen als zu Antworten. Wie gefährlich ist es, in Kolumbien zu leben? Original Author:  Cynthia Osorio Ökonomin in Umweltfragen

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AGROCHEMIE: Das Rechtsgutachten des Monsanto Tribunals

AGROCHEMIE: Das Rechtsgutachten des Monsanto Tribunals

Am 18. April 2017 übermittelten die fünf Richter_innen des Internationalen Monsanto Tribunals ihr Gutachten über die Tätigkeiten des Konzerns in einer öffentlichen Sitzung in Den Haag. Sie hatten sich ein halbes Jahr Zeit genommen, um ein juristisch gut fundiertes Dokument vorzulegen. Hier eine Zusammenfassung.Das Internationale Monsanto Tribunal (IMT) ist ein ausserordentliches Meinungsgericht, das von einer zivilgesellschaftlichen Initiative geschaffen wurde, um die Tätigkeiten des Unternehmens Monsanto juristisch zu untersuchen. Am 15. und 16. Oktober 2016 fanden in Den Haag die Anhörungen statt. Die in diesem Rahmen erhobenen Zeugenaussagen sollten dem Tribunal ermöglichen, sechs Fragen zu beantworten. Das vom Tribunal erstellte Rechtsgutachten beinhaltet eine juristische Analyse der gestellten Fragen und basiert dabei im Interesse der Fortentwicklung des internationalen Menschenrechtsschutzes und des Umweltvölkerrechts nicht nur auf dem geltenden internationalen Recht, sondern auch auf künftigen Rechtsnormen. (…)Das Recht auf eine gesunde Umwelt Original Author:  Michael Rössler

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SÜDSPANIEN: Landbesetzungen in Andalusien

SÜDSPANIEN: Landbesetzungen in Andalusien

Die Besetzungen von zwei brachliegenden landwirtschaftlichen Betrieben, einer davon bereits Eigentum einer Bank, der andere noch im Besitz der öffentlichen Hand, aber in Privatisierung begriffen, geben dem andalusischen Beispiel von der Wiederaneignung unserer Lebensgrundlagen neuen Schwung.Am 1. April 2017 organisierte die andalusische Gewerkschaft SOC-SAT ein Treffen in Jaén, um erneut die Freilassung des Gewerkschafters Andrés Bódalo zu fordern, der seit einem Jahr in Haft ist. Andrés wird beschuldigt, im Rahmen eines Protestes von Saisonarbeiter_in-nen ein Gemeinderatsmitglied des Dorfes Jódar angegriffen zu haben. Dieses Urteil, das trotz mangelhafter Beweislage gefällt wurde, ist Teil einer Repressionsstrategie des spanischen Staates gegen soziale Bewegungen, die noch schärfer umgesetzt wird, sobald es um die Interessen von Grossgrundbesitzenden geht. Von den dutzenden aktuellen sozialen und politischen Verurteilten gehört ein weiterer Aktivist der SAT an: Francisco Molero aus Malaga wird aufgrund seiner Teilnahme an der Aktion «Rodea el Congreso» (Umzingelung des Kongresses) im Jahr 2013 in Madrid in Haft gehen. Original Author:  Federico Pacheco, SOC-SAT

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ÄGYPTEN: Anatomie eines Aufstands und dessen Repression

ÄGYPTEN: Anatomie eines Aufstands und dessen Repression

Philip Rizk, Filmemacher und Aktivist aus Kairo, war im März 2017 bei einem Treffen des EBF in der Schweiz zu Gast. Er berichtete über die Situation während und nach den Aufständen in Ägypten. Hier der erste Teil der Tonaufnahmen seines Vortrags.1Ich bin Philip, ich bin Filmemacher und Aktivist aus Kairo. Mein Vater ist Ägypter und meine Mutter Deutsche – daher diese Mischung. Da ich Filmemacher bin, denke ich sehr oft über Bilder nach und schreibe über Bilder. Daher werde ich heute Bilder zeigen, wenn auch sehr wenige. Ich will heute über fünf spezifische Tage in der ägyptischen Geschichte aus den letzten acht bis neun Jahren sprechen. Noch einmal zurück zu der Idee, nicht so viele Bilder zu zeigen: Hier müsst ihr euch die Bilder vorstellen. Es ist eigentlich ein grosses Problem, dass manchmal sehr viele Bilder aufgenommen und ausgestrahlt werden und andere nie aufgenommen werden. Original Author:  Tonaufnahme: Nicholas Bell Transkription: Gabi Peissl

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RECHTSEXTREMISMUS: Die Zivilgesellschaft fordert Aufklärung

RECHTSEXTREMISMUS: Die Zivilgesellschaft fordert Aufklärung

Man traut seinen Ohren und Augen nicht: Der deutsche Staat soll über Jahre hinweg aktive Neonazis gedeckt und bezahlt haben? Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, also des deutschen Inlandsgeheimdienstes, hätten von den Morden der rechten Terrorzelle NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) nicht nur gewusst, sondern aktiv dazu beigetragen?Doch genau diese offenen Fragen stellten die Initiator_innen und des Tribunals «NSU-Komplex auflösen», das Mitte Mai im Schauspielhaus Köln stattfand. Mit dem Tribunal, das eine rechtlich nicht bindende öffentliche Anklage formuliert, forderten sie Aufklärung und Gerechtigkeit. Ausserdem kamen die Angehörigen der Opfer zu Wort  und legten ihre Sicht der Dinge dar. All das, so würde man nun entgegnen, sei doch Aufgabe des Staates und der demokratischen Rechtsprechung. Doch in diesem Fall scheinen die deutschen Behörden grob zu versagen – und das mit System, so die Initiatoren des Tribunals. Original Author:  Dieter Alexander Behr,EBF Österreich

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MIGRATION: Geflüchtet – eine afrikanische Odyssee

MIGRATION: Geflüchtet – eine afrikanische Odyssee

Im vergangenen Mai organisierte das EBF in Frankreich zum zweiten Mal eine einwöchige Präsentationstournee mit Emmanuel Mbolela und seinem Buch «Mein Weg vom Kongo bis Europa», das im Februar 2017 auf Französisch mit dem Titel «Réfugié» («Geflüchtet») herausgekommen ist.Die öffentlichen Versammlungen fanden in sieben Städten statt, u.a. Lyon, Grenoble, Aix-en-Provence. Wir organisierten auch Buchvorstellungen in einer Volks- und mehreren Mittelschulen.1 Original Author:  Paul Braun, EBF

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AKTUELLE WIDERSTÄNDE: Aufruf zur Unterstützung der ZAD

AKTUELLE WIDERSTÄNDE: Aufruf zur Unterstützung der ZAD

Schon seit einigen Jahren verfolgen wir als Mitglieder der europäischen Kooperativen Longo maï, was in Notre-Dame-des-Landes in der Bretagne, einige Kilometer von Nantes entfernt, passiert. Wir freuen uns über die dortige Widerstandsbewegung – sie gibt uns Hoffnung.Die 1'650 Hektar Knicklandschaft («Bocage»), die die ZAD ausmachen, bilden ein Gebiet in Europa, wo der Widerstand gegen die techno-industrielle Eskalation und gleichzeitig eine immense Lust am gesellschaftlichen Experimentieren mit grosser Kraft und Klarheit zum Ausdruck kommen.In dem Text «Die Krise, ein Angriff» hat Longo maï 1973 festgestellt, dass die Zukunft für die Jugend ernüchternd aussieht, und wir schlugen damals vor, entvölkerte ländliche Gebiete wiederzubesiedeln, um dort neue Lebensformen auszuprobieren und die materielle Basis für eine Autonomie zu schaffen. Wir schufen im Laufe der Jahre zehn selbstverwaltete Kooperativen in fünf Ländern Europas; Longo maï ist eine Bewegung, die sich zur aktiven Solidarität und zur Veränderung der Gesellschaft bekennt.Ein Archipel des Widerstands Original Author:  Die Bewegung der europäischen Kooperativen Longo maï, Limans, April 2017

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GESTERN - HEUTE - MORGEN: Der Schmale Grat der Hoffnung

GESTERN - HEUTE - MORGEN: Der Schmale Grat der Hoffnung

Anfang April 2017 trafen wir Jean Ziegler in Wien und sprachen mit ihm über sein soeben erschienenes Buch, über aktuelle politische Fragen sowie über wichtige Etappen seines politischen und persönlichen Werdegangs. 2. Teil*Die Menschenrechte Archipel: Herr Ziegler, vor knapp einem Vierteljahrhundert wurde hier in Wien die zweite Menschenrechtskonferenz seit 1948 abgehalten, organisiert von Boutros Boutros-Ghali. Die Konferenz endete mit der Verabschiedung der «Erklärung von Wien». Welche Erwartungen waren mit dieser Erklärung verbunden und konnten die damaligen Zielsetzungen umgesetzt werden? Original Author:  Das Interview führte Dieter Alexander Behr, EBF Österreich

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SCHWEIZ / MIGRATION: Die ganze Welt in einer Stadt

SCHWEIZ / MIGRATION: Die ganze Welt in einer Stadt

25 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz haben keine Bürgerrechte; das Demokratiedefizit verlangt nach neuen politischen Formen. Folgende Prinzipien könnten dafür wegweisend sein: Die Feststellung, dass die Demokratie demokratisiert werden muss, das «Recht auf Rechte» erstritten werden und das (migrantische) Recht auf Stadt konkret erprobt werden muss. Das Konzept der «Urban Citizenship» lebt von diesen Prinzipien. Es knüpft das Recht auf Rechte und den Zugang zu Ressourcen an den Lebensmittelpunkt der Stadtbewohner_innen, nicht an deren Staatsbürgerschaft. Das Projekt «Die ganze Welt in Zürich – konkrete Interventionen in die Schweizer Migrationspolitik» an der Shedhalle Zürich zielte darauf ab, mit den Mitteln der Kunst konkrete Vorschläge einer Stadt-bürger_innenschaft (Urban Citzenship) für Zürich auszuloten. Zürich soll zum «sicheren Hafen» werden: für alle, die in dieser Stadt leben, und für alle, die noch dorthin kommen. Das Recht auf Rechte Original Author:  Katharina Morawek Kuratorin der Shedhalle in Zürich

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AGROCHEMIE: Bei den Feldbefreier_innen in Frankreich

AGROCHEMIE: Bei den Feldbefreier_innen in Frankreich

Es gibt keine Gentechnik mehr in der Landwirtschaft! Weit gefehlt. An dem internationalen Treffen «Widerstand gegen gentechnisch manipulierte Pflanzen (GMO1)», auf Französisch kurz «RIR OGM», in Lorient, vom 28. bis 30. April, stellten die 150 Anwesenden aus 30 Ländern und vier Kontinenten das Gegenteil fest.

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