Archipel

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RUMÄNIEN: Die grösste Protestwelle seit 1989

RUMÄNIEN: Die grösste Protestwelle seit 1989

Nur zwei Wochen nach der Amtseinführung der neuen Regierung und wenig mehr als einen Monat nach den Parlamentswahlen vom Dezember 2016 erlebten wir im Januar/ Februar 2017 die grösste Protestwelle Rumäniens seit der Revolution von 1989.Die Unzufriedenheit der Bürger_innen wurde von der Entscheidung der neuen Regierung verursacht, den Kampf gegen die Korruption zu schwächen. Sie versuchte mehrmals die Gesetzgebung zu ändern, um etliche Verurteilte – darunter sehr viele Politiker_innen – begnadigen zu können.Die PSD (1), führende Regierungspartei, hat im Laufe der Zeit die Verurteilung zahlreicher Mitglieder erlebt; von früheren Premiers bis zu Bürgermeistern grosser Städte und politischen Figuren ersten Ranges. Es stehen jede Menge Vorwürfe bezüglich des Regierungsstils der grossen Parteien im Raum, davon viele hinsichtlich der nur sehr vagen Trennung von privaten Geschäften und der Verwendung öffentlicher Ausgaben. So haben die jüngsten Skandale beispielsweise Folgendes ergeben: Original Author:  Tudor Brădațean, Aktivist

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SAATGUT - DEUTSCHLAND: Weizen – eine gentechnische Grossbaustelle

SAATGUT - DEUTSCHLAND: Weizen – eine gentechnische Grossbaustelle

Brot in Not – freier Weizen statt Konzerngetreide! Weltweit wird auf 220 Millionen Hektar Weizen angebaut, von allen landwirtschaftlichen Kulturen die grösste Fläche. Ein Gross-teil des Saatgutes wird von Bauern selbst aus ihrer Ernte gewonnen, oder mit anderen getauscht – das soll verhindert werden. Original Author:  Jürgen Holzapfel, EBF

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TÜRKEI: Pinar Selek – Kämpferin für Gerechtigkeit

TÜRKEI: Pinar Selek – Kämpferin für Gerechtigkeit

Seit neunzehn Jahren versucht der türkische Staat das Leben von Pinar Selek – Schriftstellerin, Soziologin, Feministin und Kämpferin gegen Machismus und Militarismus – zu zerstören. Am 25. Januar 2017 forderte der türkische Generalstaatsanwalt zum 5. Mal eine lebenslängliche Haft. Der auf Lügen aufgebaute Prozess wird also fortgeführt. Original Author:  Constanze Warta, EBF

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Aufruf zur Demonstration

Aufruf zur Demonstration

Für Freiheit, Frieden, Rechtsstaat und Demokratie statt Repression, Krieg und Diktatur in der Türkei, am 25. März 2017, in Bern. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich an der Demonstration zu beteiligen und damit ihrer Solidarität mit den Verfolgten und Gefangenen in der Türkei Ausdruck zu geben.In der Türkei herrschen wieder Krieg und Gewalt, insbesondere in den kurdischen Gebieten. Nach dem Wahlerfolg der HDP und dem Abbruch der Friedensverhandlungen im Sommer 2015, hat die türkische Regierung einen brutalen Krieg begonnen, um ihre Macht zu sichern. Gleichzeitig schalten Präsident Erdogan und die mit ihm verbündeten politischen Kräfte unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung alles aus, was sich seiner uneingeschränkten Machtfülle in einem Präsidialsystem irgendwie entgegenstellen könnte. Wir verurteilen die Repression und schleichende Einführung der Diktatur in der Türkei, die Zerstörung des Rechtsstaates und den Krieg in den kurdischen Gebieten. Wir müssen die autoritären, frauenfeindlichen, nationalistischen und rassistischen Entwicklungen in der Türkei stoppen!Wir fordern: Original Author:  Aufrufende und Organisierende: Medico International Schweiz, Solifonds, SP Schweiz, Grüne Schweiz, SolidaritéS Schweiz, DemKurd, Beritan Frauenverein

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DEUTSCHLAND/FRANKREICH: Musikalisch gegen Unmenschlichkeit

 DEUTSCHLAND/FRANKREICH: Musikalisch gegen Unmenschlichkeit

Vom 6. bis 8. Oktober 2016 war die Rap-Gruppe Bejarano & Microphone Mafia aus Deutschland auf Einladung des EBF für mehrere Konzerte und Lesungen in Marseille, Forcalquier und Arles zu Besuch. Die Begegnung mit der 92-jährigen Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano war für alle, ob jung oder alt, ein besonders eindrückliches und schönes Erlebnis.Eine französische Delegation des EBF hatte die Gruppe bei dem Friedensfest am 9. Mai 2015 in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern kennengelernt. Ihr Auftritt fand zum Abschluss einer gelungenen breiten Mobilisierung gegen den alljährlich von Neonazis organisierten Fackelzug.1 Original Author:  Katrin Morawietz, EBF, Karola Kolbe, Radio Zinzine Aurélie Volpe, Boîte à Ressort

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ANDALUSIEN: Eine Reise nach Almería und Somonte

ANDALUSIEN: Eine Reise nach Almería und Somonte

Im Herbst 2016 nahm ich mir Zeit, die Freundinnen und Freunde der Gewerkschaft SOC in Almería und El Ejido in ihrem Alltag zu besuchen und einen Ausflug zur Landbesetzung von Somonte zu machen.Flughafen: moderne, grelle Welt, langes Anstehen an der Passkontrolle, die Rückgabe meines Passes – kein Problem, auch das Überwinden von Grenzen für mich als weisser Europäer – kein Problem. In Málaga weiter mit der Metro. Nagelneu, gefühlte hundert Meter unter der Erde und wochentags in der rush hour: vier Fahrgäste. Ein Projekt aus dem Boom der Baujahre und – was hier rar ist – fertig gestellt. Original Author:  Johannes Dahmke

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ÄTHIOPIEN: Ein repressives «Entwicklungsmodell»

 ÄTHIOPIEN: Ein repressives «Entwicklungsmodell»

Seit über zwei Jahren kommt es in Äthiopien zu nicht enden wollenden Unruhen. Tobias Zortea, Lisa Bolyos und ich haben das Land Mitte November 2016 besucht und zahlreiche Künstler_innen, Aktivitst_innen und Journalist_innen getroffen. Vor allem in den Provinzen Oromia und Amhara im Zentrum und im Norden des Landes lehnt sich die Bevölkerung gegen das autoritäre Regime der von Hailemariam Desalegn geführten Regierungskoalition auf. Laut Menschenrechtsvereinigungen und oppositionellen Gruppen sind bei Zusammenstössen allein in den letzten Monaten hunderte Menschen zu Tode gekommen, mehr als zehntausend wurden zu politischen Gefangenen. Gleichzeitig weist das Land eine der höchsten Wachstumsraten auf dem afrikanischen Kontinent auf: Es entstehen riesige Infrastrukturprojekte, der Bauboom in den Städten des Landes und vor allem in der Hauptstadt Addis Abeba ist unübersehbar. Zudem gilt Äthiopien für den Westen als Garant für politische Stabilität am Horn von Afrika.Ein Land im Ausnahmezustand Original Author:  Dieter Alexander Behr (EBF Österreich)

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ALGERIEN: Leere Kassen, tote Städte...?

ALGERIEN: Leere Kassen, tote Städte...?

Anfang Januar fanden einige Tage lang massive soziale Proteste in Algerien, vor allem im Nordosten des Landes, statt. Die Regierung zeigt Anzeichen von Nervosität. Ein Gewerkschafter wurde zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt.Es gibt Jahrestage, an die sich kaum jemand erinnern möchte. Am 11. Januar war es genau 25 Jahre her, dass die algerische Armee den Staatspräsidenten Chadli Bendjedid absetzte. Dadurch wurde zugleich die laufende Parlamentswahl abgebrochen, deren erster Durchgang am 26. Dezember 1991 stattgefunden hatte und deren zweite Runde für Ende Januar 1992 vorgesehen war. Die Stichwahlrunde fiel aus. Auf diese Weise wurde ein, durch Teile der Bevölkerung sehnlich erwarteter und durch andere Gesellschaftsteile als Katastrophe erlebter, Wahlsieg der «Islamischen Rettungsfront» (FIS) verhindert und zugleich die Tür zu einem blutigen Bürgerkrieg aufgestossen, der bis 1999 dauerte. Original Author:  Bernard Schmid, Paris

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IRAK / KURDISTAN: Verlust der Saatgut-Autonomie

IRAK / KURDISTAN: Verlust der Saatgut-Autonomie

Der irakische Teil Kurdistans liegt in der Wiege des Weizens, eine Region, die unter dem Namen Mesopotamien bekannt ist. Dort entstanden vor ungefähr 10'000 Jahren die ersten Versuche Weizen, Gerste und Linsen aus deren Wildarten zu kultivieren. Die Region wurde zum Getreidespeicher des Iraks.Hier wurden bis 1975 fünfundvierzig Prozent des irakischen Weizens produziert1. In dem fruchtbaren Halbmond wurden tausende unterschiedliche Getreide- und Leguminosensorten angebaut, bis im Jahr 2004 geistige Eigentumsrechte auf Saatgut eingeführt wurden. Danach waren nur noch sehr wenige Sorten für den Anbau zugelassen. Nach und nach wurde mithilfe  zahlreicher unterschiedlicher Massnahmen ein neues Landwirtschaftssystem, das auf politischer und technischer Abhängigkeit beruht, eingeführt. Das Ergebnis davon war der Verlust der Lebensmittel-Autonomie, 80% der Lebensmittel müssen importiert werden2. Original Author:  Benedict Bonzi*

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GESTERN - HEUTE - MORGEN: Im Gedenken an John Berger

 GESTERN - HEUTE - MORGEN: Im Gedenken an John Berger

John Berger war ein genauer, sensibler und geduldiger Beobachter, konnte noch im hohen Alter staunen angesichts des vielfältigen Reichtums der Welt. Und stand – trotz seiner sehr realistischen Sicht der Welt – zu Hoffnung und Bejahung des Lebens.«Henry Fords Bemerkung ‚Geschichte ist Humbug‘ ist allgemein unterschätzt worden; er wusste genau, was er sagte. Die Zerstörung der Bauernschaften in der Welt könnte ein letzter Akt historischer Eliminierung sein.» Diesen letzten Satz des «Historischen Nachworts» im Buch «Sauerde»1 von John Berger im Kopf, fuhren wir zu zweit vor nunmehr einem Jahrzehnt in das Dorf in den Bergen Savoyens, unangemeldet, um ihn zu treffen, ihm zu danken für seine Bücher und besonders für die Denkanstösse des oben erwähnten Nachworts. Wir hatten ein paar Kleinigkeiten aus der Produktion der Longo-maï-Kooperativen eingepackt. Eine alte Frau auf der Strasse fragten wir nach dem Haus von Monsieur Berger. Sie zeigte auf ein Haus, das eher dem eines Hirten (frz. berger) ähnelte, als dem eines Schriftstellers. Doch sie bestand darauf, dass es der «écrivain» und nicht der «berger» (Schäfer) sei. Also klingelten wir. Original Author:  Herma Ebinger Longo maï

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