Archipel

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LANDWIRTSCHAFT UND MIGRATION: Casa Sankara

LANDWIRTSCHAFT  UND  MIGRATION: Casa Sankara

Im November 2016 beteiligte sich das EBF an einer Infotour durch die Schweiz, die von Solifonds und Multiwatch organisiert wurde. In mehreren Städten fanden öffentliche Veranstaltungen statt, in denen Carmen Cruz Paredes und Spitou Mendy vom SOC-SAT über die Situation im südspanischen Andalusien berichteten und Hervé Papa Latyr Faye über diejenige in Apulien in Süditalien. Hervé Papa Latyr Faye stammt aus dem Senegal und lebt seit vielen Jahren in der Nähe von Foggia, 150 km nordöstlich von Neapel. Er ist Präsident des Vereins «Ghetto out – Casa Sankara», das zum Ziel hat, die sogenannten Ghettos zu schliessen, wie dasjenige von Rignano, wo in der Hochsaison bis zu 2‘000 Land-arbeiter_innen eine Bleibe in Karton- und Plastikhütten finden. Er beschreibt im folgenden Artikel die Brutalität dieser Strukturen und den selbstverwalteten Gegenentwurf, den sie mit der «Casa Sankara» zu leben versuchen.In der Region Apulien kämpfen Migrant_innen aus dem Senegal seit 2013 gegen die Ausbeutung und Versklavung der hauptsächlich afrikanischen Migrant_innen in der Landwirtschaft. Das System der «Capos» Original Author:  Papa Latyr Faye (Hervé) Präsident der Vereinigung «Ghetto out - Casa Sankara»1

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BUCHVORSTELLUNG: Eine kritische Analyse

BUCHVORSTELLUNG: Eine kritische Analyse

In Frankreich sorgt das «Comité invisible» (Unsichtbares Komitee) mit seinen radikal-revolutionären Ansinnen für Aufsehen. Ein Leser hat uns eine ausführliche Zusammenfassung der letzten Schrift des Komitees zugeschickt und bietet damit die Gelegenheit, sich kritisch mit dessen Thesen auseinanderzusetzen. «Die Gegenwart zu entwirren und stellenweise mit jahrtausendealten Verlogenheiten aufzuräumen» – dieser Satz aus dem Nachwort beschreibt treffend den Ansatz der Flugschrift «An unsere Freunde» des «Unsichtbaren Komitees»1. Entwirren: das Verhältnis von Lokalem und Globalem, Pazifist_innen und Radikalen, Krise und Krisenbewältigung, Regierung und Selbstbestimmung, Organisator_innen und Organisierten und manchem mehr. Das Autor_innen-Kollektiv analysiert eine Vielzahl von Sprach- und Denkverwirrungen und verbindet dies zu einem komplexen Text, der an viele Kämpfe und Bewegungen anschlussfähig ist. Die Fülle der Gedanken ist nicht auf einen Nenner zu bringen oder einzuordnen, das genaue und wiederholte Lesen lohnt. Der folgende Schnelldurchgang durch die acht Kapitel des Buches möchte Lust wecken, dies zu tun.Zur Machtfrage Original Author:  Bernd-Kai Gareseé

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Am 11. Synthetische Bingo-Biologie

Am 11. Synthetische Bingo-Biologie

Am 16. Februar 2016 wurde ein runder Tisch über synthetische Biologie an der Universität Lausanne (UNIL) mit einer spielerischen Aktion gestört.Ein Panel von Expert_innen in synthetischer Biologie, Soziologie, Ethik und Umwelt waren eingeladen worden, in einem mit rund fünfzig Wissenschaftler_in-nen bestückten Auditorium über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Fortschritte dieser Forschung zu debattieren. Original Author:  Dieser Artikel wurde mit dem Titel Synthetic Biology Bullshit Bingo in der zweiten Ausgabe der anarchistischen Flugschrift «Rhizom», im Oktober 2016 publiziert.

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RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung

RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung

RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung Original Author:  Jochen Cotaru, EBF Rumänien

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ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT: Ein gutes Leben für alle1

ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT: Ein gutes Leben für alle1

Auf dem Nyéleni Forum2 Ende Oktober 2016 in Rumänien haben sich europäische und zentralasiatische Aktivist_innen  kennengelernt, ihre Organisationen vernetzt und Pläne für die Zukunft geschmiedet.Wir fahren bei Oradea über die ungarisch-rumänische Grenze Richtung Cluj-Napoca. Die vielen Fahrverbotsschilder für Pferdewagen, Traktoren und Fahrräder auf der E 60 fallen auf. Grosse Schafherden mit mehr als 1‘000 Tieren ziehen über die Berghänge: Wir sind in Rumänien angekommen, doch die Idylle trügt.Von Österreich sind vierzig, vor allem junge Leute, aufgebrochen, um vom 26. bis 30. Oktober am zweiten europäischen Nyéleni Forum teilzunehmen. Vor fünf Jahren hatten wir beim ersten Forum in Krems unser gemeinsames Verständnis von Ernährungssouveränität erarbeitet. Nun wollen wir Aktionen und Kampagnen besprechen, um die Ausbreitung der industriellen Lebensmittelproduktion mit ihren zerstörerischen Auswirkungen zu beenden und der bäuerlichen Landwirtschaft eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu schaffen. Original Author:  Heike Schiebeck, Longo maï, Via Campesina Österreich

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AGRARKONZERNE: Monsanto auf der Anklagebank

AGRARKONZERNE: Monsanto auf der Anklagebank

Zum ersten Mal wurde ein Multi in Den Haag vor ein internationales Gericht gestellt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es handelte sich nicht – noch nicht! – um den Internationalen Strafgerichtshof, sondern um ein Meinungstribunal, das vom 14. bis zum 16. Oktober 2016 in Den Haag tagte: Monsanto vor einem Gericht der Zivilgesellschaft. Original Author:  Raymond Gétaz, Longo maï, Schweiz

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LIBANON: Was Gärten erzählen

LIBANON: Was Gärten erzählen

Wie bereits im Mai berichtet*, reiste ich mit «Graines & Cinéma» (Saatgut & Film) im letzten Frühjahr über Griechenland und die Türkei in den Libanon. Unser Ziel: Saatgut zu den Menschen in den Flüchtlingslagern zu bringen. Hier meine Eindrücke von fünf Monaten im Libanon.Vom Schiff aus sehe ich schon die Luftverschmutzung, die den Hafen von Tripolis unter einem grauen Schleier versteckt. Die Schifffahrt ab Mersin hat vierzehn Stunden gedauert; ich habe nicht sehr gut geschlafen. Das Schiff aus den 1980-er Jahren ist alt und schmutzig. Ich habe es vorgezogen im Kastenwagen zu schlafen, in Sicherheit vor all diesen kleinen Tierchen, die es überall gibt.Kaum im Libanon angekommen, werde ich mit der überall präsenten Militarisierung konfrontiert und den Hunderten von Check-Points, die den Zivilverkehr kontrollieren und Stadtteile, Gemeinden, Städte und Regionen voneinander abgrenzen. Das Leben in der Metropole ist chaotisch und angespannt. Original Author:  Ricardo P

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DEUTSCHLAND – GRIECHENLAND: Von Bischofferode nach Athen

DEUTSCHLAND – GRIECHENLAND: Von Bischofferode nach Athen

In Berlin fand im Oktober 2016 ein Seminar über Verschuldungspolitik, Treuhandwirtschaft, Privatisierung und Ausverkauf des Staatsvermögens der DDR und Griechenlands statt.«Bischofferode ist überall» war die Parole der Kalikumpel in Thüringen Anfang der 1990er- Jahre bei ihrem Kampf um den Erhalt der Mine. Laut Treuhandanstalt1 sollte das Kaliwerk, trotz seines hochwertigen Salzes, geschlossen werden. Die Aktionen der Minenarbeiter, unter anderem Hungerstreiks und ein Marsch nach Berlin, sorgten damals bundesweit für Aufsehen. Am 7. April 1993 besetzten 500 Bergleute das Werk Bischofferode bei laufender Produktion, am 31. Dezember 1993 wurde das Kaliwerk «Thomas Müntzer» endgültig geschlossen. Doch der Krimi geht weiter… Original Author:  Herma Ebinger, EBF Deutschland

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COSTA RICA: Neue Migrationen in Lateinamerika

COSTA RICA: Neue Migrationen in Lateinamerika

Auf der Flucht aus Afrika und dem Vorderen Orient ertrinken seit Jahren tausende Menschen im Mittelmeer und die europäischen Länder finden immer noch keine  gemeinsame humanitäre Lösung. Nun sind seit gut einem Jahr auch in Lateinamerika neue Migrationsbewegungen zu beobachten.Zum einen kommen die Flücht-linge aus dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas: aus Honduras, El Salvador und Guatemala. Und zum anderen handelt es sich um Migrationsbewegungen aus Kuba, Haiti und Afrika, die in der Regel über Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Panama die Grenze von Costa Rica erreichen. Ihr endgültiges Ziel ist durchweg die USA. Migration aus Kuba…  Seit die USA mit dem Gesetz des «Ajuste Cubano» aus dem Jahre 1966  jedem Menschen aus Kuba, der einen Fuss, sei es vom Meer aus oder auf dem Landweg,  auf  amerikanischen Boden setzt, die Einreise in die Staaten ermöglichen, gibt es immer wieder Phasen von starker Einwanderung, von meist beruflich hoch qualifizierten Personen in die USA. Original Author:  Roland Spendlingwimmer, Longo maï, Costa Rica

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KONGO Aufruf: Der Präsident soll gehen!

KONGO Aufruf: Der Präsident soll gehen!

Am 19. Dezember 2016 geht das Mandat des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila zu Ende. An diesem Tag wird die Bevölkerung wieder massiv auf die Strasse gehen und seinen Rücktritt fordern. Die Verfassung verbietet ihm ein drittes Mandat, doch er scheut kein Verbrechen, um an der Macht zu bleiben. Die 1990er Jahre, die das Ende des Kalten Krieges markierten, führten zu grossen politischen Umwälzungen innerhalb der Demokratischen Republik Kongo (R.D.C.), vormals Zaire. Dieses grosse und reiche Land wurde als Basis benutzt, um den kommunistischen Einfluss in Afrika zu stoppen.Mobutu und die westlichen MächteDer Diktator Mobutu regierte das Land 32 Jahre mit eiserner Faust. Die westlichen Staaten hatten ihn an die Macht gebracht und unterstützten ihn während langer Zeit vorbehaltlos. Einerseits ging es ihnen darum, den Kommunismus in Afrika zu verhindern, und andererseits, ihren Zugang zu den Bodenschätzen im Kongo zu sichern. Original Author:  Emmanuel Mbolela, Afrique-Europe-Interact

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