Archipel

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IRAK / KURDISTAN: Verlust der Saatgut-Autonomie

IRAK / KURDISTAN: Verlust der Saatgut-Autonomie

Der irakische Teil Kurdistans liegt in der Wiege des Weizens, eine Region, die unter dem Namen Mesopotamien bekannt ist. Dort entstanden vor ungefähr 10'000 Jahren die ersten Versuche Weizen, Gerste und Linsen aus deren Wildarten zu kultivieren. Die Region wurde zum Getreidespeicher des Iraks.Hier wurden bis 1975 fünfundvierzig Prozent des irakischen Weizens produziert1. In dem fruchtbaren Halbmond wurden tausende unterschiedliche Getreide- und Leguminosensorten angebaut, bis im Jahr 2004 geistige Eigentumsrechte auf Saatgut eingeführt wurden. Danach waren nur noch sehr wenige Sorten für den Anbau zugelassen. Nach und nach wurde mithilfe  zahlreicher unterschiedlicher Massnahmen ein neues Landwirtschaftssystem, das auf politischer und technischer Abhängigkeit beruht, eingeführt. Das Ergebnis davon war der Verlust der Lebensmittel-Autonomie, 80% der Lebensmittel müssen importiert werden2. Original Author:  Benedict Bonzi*

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GESTERN - HEUTE - MORGEN: Im Gedenken an John Berger

 GESTERN - HEUTE - MORGEN: Im Gedenken an John Berger

John Berger war ein genauer, sensibler und geduldiger Beobachter, konnte noch im hohen Alter staunen angesichts des vielfältigen Reichtums der Welt. Und stand – trotz seiner sehr realistischen Sicht der Welt – zu Hoffnung und Bejahung des Lebens.«Henry Fords Bemerkung ‚Geschichte ist Humbug‘ ist allgemein unterschätzt worden; er wusste genau, was er sagte. Die Zerstörung der Bauernschaften in der Welt könnte ein letzter Akt historischer Eliminierung sein.» Diesen letzten Satz des «Historischen Nachworts» im Buch «Sauerde»1 von John Berger im Kopf, fuhren wir zu zweit vor nunmehr einem Jahrzehnt in das Dorf in den Bergen Savoyens, unangemeldet, um ihn zu treffen, ihm zu danken für seine Bücher und besonders für die Denkanstösse des oben erwähnten Nachworts. Wir hatten ein paar Kleinigkeiten aus der Produktion der Longo-maï-Kooperativen eingepackt. Eine alte Frau auf der Strasse fragten wir nach dem Haus von Monsieur Berger. Sie zeigte auf ein Haus, das eher dem eines Hirten (frz. berger) ähnelte, als dem eines Schriftstellers. Doch sie bestand darauf, dass es der «écrivain» und nicht der «berger» (Schäfer) sei. Also klingelten wir. Original Author:  Herma Ebinger Longo maï

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Buchempfehlung

 Buchempfehlung

Für sein Buch «Der siebte Mensch», folgte John Berger, gemeinsam mit dem Photographen Jean Mohr, Menschen aus der Türkei, Griechenland, Portugal und dem ehemaligen Jugoslawien auf ihrem Weg ins reiche Westeuropa.In Text und Bild hielten sie die Situation der migrierenden Arbeiter fest. Dieses «Familienalbum», wie J. Berger es selber bezeichnet, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Es ist ein zeitloses Zeitdokument, das sich durch seine schriftstellerische und photographische Sensibilität auszeichnet.Hier Passagen aus seinem Vorwort zur Neuausgabe: Manchmal geschieht es, das ein Buch, im Gegensatz zu seinem Autor, mit den Jahren jünger wird. Genau das scheint mir mit «Der siebte Mensch» passiert zu sein. Warum, möchte ich gerne erklären. Original Author:  John Berger, Herbst 2016

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MIGRATION UND SOLIDARITÄT: Winterreise nach Como

MIGRATION  UND  SOLIDARITÄT: Winterreise nach Como

Eine kleine Delegation des «Freundeskreises Cornelius Koch», des C.E.D.R.I. und des Europäischen BürgerInnenforums machte sich im November 2016 ins Tessin und nach Norditalien auf, um die Menschen zu besuchen, die sich für die Flüchtlinge hier, vor den Toren der Festung Europa, einsetzen1. Original Author:  Sandra Modica und Michael Rössler

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MIGRATION: Ein Beispiel der Solidarität

MIGRATION: Ein Beispiel der Solidarität

Das «Mouvement Jurassien de Soutien aux Sans-papiers» (MJSSP, Jurassische Bewegung zur Unterstützung von Sans-Papiers) existiert seit 15 Jahren. Zurzeit steht die Initiative einer syrischen Familie bei, die aus der Schweiz abgeschoben werden soll. Wie das MJSSP entstand Original Author:  Caroline Meijers, EBF Schweiz Claude Braun, EBF

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LANDWIRTSCHAFT UND MIGRATION: Casa Sankara

LANDWIRTSCHAFT  UND  MIGRATION: Casa Sankara

Im November 2016 beteiligte sich das EBF an einer Infotour durch die Schweiz, die von Solifonds und Multiwatch organisiert wurde. In mehreren Städten fanden öffentliche Veranstaltungen statt, in denen Carmen Cruz Paredes und Spitou Mendy vom SOC-SAT über die Situation im südspanischen Andalusien berichteten und Hervé Papa Latyr Faye über diejenige in Apulien in Süditalien. Hervé Papa Latyr Faye stammt aus dem Senegal und lebt seit vielen Jahren in der Nähe von Foggia, 150 km nordöstlich von Neapel. Er ist Präsident des Vereins «Ghetto out – Casa Sankara», das zum Ziel hat, die sogenannten Ghettos zu schliessen, wie dasjenige von Rignano, wo in der Hochsaison bis zu 2‘000 Land-arbeiter_innen eine Bleibe in Karton- und Plastikhütten finden. Er beschreibt im folgenden Artikel die Brutalität dieser Strukturen und den selbstverwalteten Gegenentwurf, den sie mit der «Casa Sankara» zu leben versuchen.In der Region Apulien kämpfen Migrant_innen aus dem Senegal seit 2013 gegen die Ausbeutung und Versklavung der hauptsächlich afrikanischen Migrant_innen in der Landwirtschaft. Das System der «Capos» Original Author:  Papa Latyr Faye (Hervé) Präsident der Vereinigung «Ghetto out - Casa Sankara»1

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BUCHVORSTELLUNG: Eine kritische Analyse

BUCHVORSTELLUNG: Eine kritische Analyse

In Frankreich sorgt das «Comité invisible» (Unsichtbares Komitee) mit seinen radikal-revolutionären Ansinnen für Aufsehen. Ein Leser hat uns eine ausführliche Zusammenfassung der letzten Schrift des Komitees zugeschickt und bietet damit die Gelegenheit, sich kritisch mit dessen Thesen auseinanderzusetzen. «Die Gegenwart zu entwirren und stellenweise mit jahrtausendealten Verlogenheiten aufzuräumen» – dieser Satz aus dem Nachwort beschreibt treffend den Ansatz der Flugschrift «An unsere Freunde» des «Unsichtbaren Komitees»1. Entwirren: das Verhältnis von Lokalem und Globalem, Pazifist_innen und Radikalen, Krise und Krisenbewältigung, Regierung und Selbstbestimmung, Organisator_innen und Organisierten und manchem mehr. Das Autor_innen-Kollektiv analysiert eine Vielzahl von Sprach- und Denkverwirrungen und verbindet dies zu einem komplexen Text, der an viele Kämpfe und Bewegungen anschlussfähig ist. Die Fülle der Gedanken ist nicht auf einen Nenner zu bringen oder einzuordnen, das genaue und wiederholte Lesen lohnt. Der folgende Schnelldurchgang durch die acht Kapitel des Buches möchte Lust wecken, dies zu tun.Zur Machtfrage Original Author:  Bernd-Kai Gareseé

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Am 11. Synthetische Bingo-Biologie

Am 11. Synthetische Bingo-Biologie

Am 16. Februar 2016 wurde ein runder Tisch über synthetische Biologie an der Universität Lausanne (UNIL) mit einer spielerischen Aktion gestört.Ein Panel von Expert_innen in synthetischer Biologie, Soziologie, Ethik und Umwelt waren eingeladen worden, in einem mit rund fünfzig Wissenschaftler_in-nen bestückten Auditorium über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Fortschritte dieser Forschung zu debattieren. Original Author:  Dieser Artikel wurde mit dem Titel Synthetic Biology Bullshit Bingo in der zweiten Ausgabe der anarchistischen Flugschrift «Rhizom», im Oktober 2016 publiziert.

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RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung

RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung

RUMÄNIEN: (K)Eine Enttäuschung Original Author:  Jochen Cotaru, EBF Rumänien

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ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT: Ein gutes Leben für alle1

ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT: Ein gutes Leben für alle1

Auf dem Nyéleni Forum2 Ende Oktober 2016 in Rumänien haben sich europäische und zentralasiatische Aktivist_innen  kennengelernt, ihre Organisationen vernetzt und Pläne für die Zukunft geschmiedet.Wir fahren bei Oradea über die ungarisch-rumänische Grenze Richtung Cluj-Napoca. Die vielen Fahrverbotsschilder für Pferdewagen, Traktoren und Fahrräder auf der E 60 fallen auf. Grosse Schafherden mit mehr als 1‘000 Tieren ziehen über die Berghänge: Wir sind in Rumänien angekommen, doch die Idylle trügt.Von Österreich sind vierzig, vor allem junge Leute, aufgebrochen, um vom 26. bis 30. Oktober am zweiten europäischen Nyéleni Forum teilzunehmen. Vor fünf Jahren hatten wir beim ersten Forum in Krems unser gemeinsames Verständnis von Ernährungssouveränität erarbeitet. Nun wollen wir Aktionen und Kampagnen besprechen, um die Ausbreitung der industriellen Lebensmittelproduktion mit ihren zerstörerischen Auswirkungen zu beenden und der bäuerlichen Landwirtschaft eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu schaffen. Original Author:  Heike Schiebeck, Longo maï, Via Campesina Österreich

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