Archipel

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AGRARKONZERNE: Das Monsanto-Tribunal stellt neue Weichen

AGRARKONZERNE: Das Monsanto-Tribunal stellt neue Weichen

Das Monsanto-Tribunal, das vom 14. - 16. Oktober 2016 in Den Haag stattgefunden hat, war ein ausserordentliches Ereignis und wird sicherlich in den nächsten Monaten noch einige Wellen schlagen. Das Tribunal geht auf eine internationale zivilgesellschaftliche Initiative zurück, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Konzern für Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ökozid1 zur Verantwortung zu ziehen. Original Author:  Michael Rössler

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MIGRATION: Das neokoloniale Projekt von La Valetta

MIGRATION: Das neokoloniale Projekt von La Valetta

Schlag auf Schlag liefern in diesen Tagen Vertreter_innen der europäischen Politik-Eliten neue Vorstösse zur Abwehr von Migrant_innen und Flüchtenden weit vor den Toren der Festung Europa. Nach dem medienwirksam in Szene gesetzten Deal mit dem türkischen AKP-Regime sollen immer mehr Staaten dazu verpflichtet werden, zum einen abgeschobene Personen «zurückzunehmen» und andere von vornherein an der Aus-, bzw. Weiterreise zu hindern. Original Author:  Hans-Georg Eberl, Afrique-Europe-Interact

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MIGRATION: Die subsaharischen Migrierten in Marokko

MIGRATION: Die subsaharischen Migrierten in Marokko

Die Lage dieser Menschen könnte kaum paradoxer sein: einerseits spricht man auf dramatisierte und übertriebene Weise von den zehntausenden subsaharischen Migrant_innen, die in Marokko leben und nur darauf warten würden, nach Europa «einzudringen». Doch wenn es darum geht, die Verantwortung für die Bootsunglücke zu übernehmen, die ja eine unmittelbare Konsequenz der europäischen Migrationspolitik sind, spielt man oftmals die Zahlen herunter und redet von einigen «Illegalen», die ertrunken seien.Die Zahlen, die im ersten Fall angegeben werden, sind oftmals Gegenstand von Verhandlungen über Finanzhilfen oder politische und diplomatische Dividenden. Sie werden in Europa von populistischen Medien publiziert, um in der Bevölkerung Angst zu schüren und so die Implementierung einer Migrationspolitik zu rechtfertigen, die einzig und allein einem Sicherheitsdispositiv gehorcht. Aus diesen Gründen ist es unbedingt notwendig, die Zahlen, die in Bezug auf die so genannte irreguläre Migration zirkulieren, kritisch zu betrachten und zu hinterfragen.Sicherheit – für wen? Original Author:  Emanuel Mbolela

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MIGRATION: Flüchtlingsdeal Afghanistan

MIGRATION: Flüchtlingsdeal Afghanistan

Am 4. und 5. Oktober diskutierten in Brüssel Delegationen aus 70 Ländern und von 20 internationalen Organisationen die Zukunft der Hilfe für Afghanistan. Die Verknüpfung von Finanzunterstützung mit der Verpflichtung zur Rücknahme von Flüchtlingen ist das neue Paradigma der EU-Entwicklungshilfe. Kurz davor berichtete medico international* von dem geleakten Dokument der EU-Kommission für dieses Treffen. Hier wird geplant, weitere finanzielle Unterstützungen für das kriegszerstörte und bitterarme Land von der Zustimmung der afghanischen Regierung zur Aufnahme von 80‘000 afghanischen Geflüchteten aus Europa abhängig zu machen. Ein entsprechendes Abkommen möchte die Kommission bereits im Sommer nächsten Jahres in Kraft setzen. In parallelen Verhandlungen mit dem Iran und Pakistan soll erreicht werden, dass sich diese beiden Länder bereit erklären, noch mehr Geflüchtete aus dem Hindukusch aufzunehmen, als sie das sowieso schon getan haben: 2,5 Millionen Afghanen leben heute im Iran, in Pakistan sind es fast drei Millionen. Original Author:  medico international, 30. September 2016

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UNGARN: Rassisten-Referendum

UNGARN: Rassisten-Referendum

Am 2. Oktober wurde in Ungarn ein Referendum bezüglich der Aufnahme von Geflüchteten durchgeführt. Wegen ungenügender Stimmbeteiligung wurde es für ungültig erklärt. Die Frage war auf eine Art und Weise gestellt, dass sich in den Augen der meisten Angesprochenen nur eine Antwort ergeben konnte, und zwar eine negative. Gewöhnlich ist es anders, aber in diesem Falle mochten die Machthaber gar zu gerne einen Ausgang sehen, bei dem eine starke Mehrheit des Wahlvolks mit «Nein» zur gestellten Frage abstimmt.Und diese Frage lautete wie folgt: «Wollen Sie, dass die Europäische Union eine obligatorische Ansiedlung nicht-ungarischer Bürger in Ungarn ohne Zustimmung des ungarischen Parlaments anordnet?» So und nicht anders stand es auf den Stimmzettel, als die Wahlbevölkerung in Ungarn am Sonntag, den 2. Oktober, durch die konservativ-völkisch-autoritäre Regierung unter Viktor Orban in die Abstimmungslokale gebeten wurde. Original Author:  Bernard Schmid

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INTERSEKTIONALITÄT: Die verschiedenen Feminismen

INTERSEKTIONALITÄT: Die verschiedenen Feminismen

Auf der Suche nach einem Mittel gegen Islamophobie und Rassismus: Sonia Dayan-Herzbrun, Jüdin und Spezialistin für Islamophobie, animierte beim Sommertreffen des EBF u.a. die Kommission über die Kritik am «abendländischen Universalismus». Sie setzt sich seit Jahren mit den verschiedenen feministischen Bewegungen auseinander und insbesondere mit den islamischen.Man kann heute nicht mehr von einer einzigen feministischen Bewegung reden, so wie sie damals, Ende des achtzehnten Jahrhunderts, ihren Anfang nahm, als Schriftstellerinnen wie Mary Wollstonecraft begonnen hatten, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Diese Bewegung war getragen von der Idee der Demokratie und der Herausbildung des «homo aequalis» wie ihn der Anthropologe Louis Dumont benannt hat. Für die Männer waren die Rechte auf Freiheit und Gleichheit klar definiert, aber aufgrund ihrer Wesensart galten diese Rechte für die Frauen sowie auch für Sklaven und Menschen aus den Kolonien nicht. Original Author:  Sonja Dayan-Herzbrunn*

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ÖSTERREICH: Die Wahl der Qual

ÖSTERREICH: Die Wahl der Qual

Wie geht es weiter in Österreich? Am 2. Dezember wird neu gewählt. Nach der Erleichterung im Mai1 kam die Wahlanfechtung. Der Hauptgrund: Schlampigkeit. Wenn die rechtsextreme FPÖ die Wahl gewonnen hätte, wäre es wohl kaum zu dieser Wahlanfechtung gekommen. Beschwerdevertreter der FPÖ gegen die Bundespräsidentenwahl ist Herr Dr. Böhmdorfer, langjähriger Anwalt von Jörg Haider und danach äusserst kritisierter Justizminister.2 Armin Thurnher, jahrzehntelanger Herausgeber und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung «Falter», schrieb im Sommer einen brillanten Essay zu dieser Thematik «Ach Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik», den er Ende September in Wien vorstellte: Eine aktuelle Analyse der letzten Jahrzehnte österreichischen Politikgeschehens, ein guter Einblick in die österreichische Politik und die Vorgänge um die Präsidentschaftswahlen im Speziellen. Auch wenn die Wahlsuppe, die zurzeit von den Rechtsextremen Strache, Hofer und Co gekocht wird, ungeniessbar ist – der intelligente Humor, mit dem Armin Thurnher sie schildert, ist ein Genuss! Bei dieser Lektüre wird klar: Wir werden den «Feschisten»3 das Feld nicht überlassen. Original Author:  Constanze Warta

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«Ach Österreich!» – Leseproben

 «Ach Österreich!» – Leseproben

(…) Österreich ist die Farce, die eine Tragödie ankündigt. Wenn demokratisch wenig gefestigte Länder, die noch vor einem Vierteljahrhundert hinter dem Eisernen Vorhang seufzten, in den Wirren ihrer jugendlichen befreiten Kraft, aus Frust darüber, trotz Verwestlichung der Profite nicht an den westlichen Lebensstandard anzuschliessen, und im Angesicht ihrer unglaubwürdig gewordenen Eliten dem weltweiten Trend zum Autoritarismus verfallen, mag man das ja hinnehmen, ja sogar verstehen. Aber Österreich, die Insel der Seligen, das Kreisky-Land, wo Milch und Honig flossen und der soziale Friede wie ein Zuckerguss aus Konsens über allem lag, das neutrale Ländchen, das sich mit Ski-Siegen zufriedengibt und beim Fussball verlässlich Punkte liegenlässt, Österreich seit mehr als zwanzig Jahren Mitglied der EU, seit mehr als siebzig Jahren wieder Demokratie, eines der reichsten Länder der Erde noch dazu, was bedeutet es, wenn sich in diesem Österreich die Rechte anschickt, die Macht zu übernehmen? Die Risse im Zuckerguss nehmen sich umso schartiger und scharfkantiger aus, der Geruch, der ihnen entströmt umso muffiger, als der Zuckerguss allzu lange dichthielt und erstickend wirkte. (…) Original Author:  Armin Thurnher

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BUCHEMPFEHLUNG: Willkommen bei der Erdbeerernte! Ihr Mindestlohn beträgt ...

 BUCHEMPFEHLUNG: Willkommen bei der Erdbeerernte!  Ihr Mindestlohn beträgt ...

«Wir bekommen Lohnzettel, wo alles richtig draufsteht. Der Lohn wird jeden Monat am gleichen Tag auf unser Konto überwiesen. Und wenn wir Überstunden leisten, dann werden die ausbezahlt.» Was nach einem «ganz normalen» Arbeitsverhältnis klingt, ist in der Landwirtschaft immer noch hart erkämpftes Terrain. Ganz besonders, wenn man aufgrund von Herkunft und Aufenthaltsstatus einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt hat. Andrei und Bogdan Oancea, zwei junge Männer aus Rumänien, haben jahrelang als Erntehelfer in Westösterreich gearbeitet – und sind dabei nach Strich und Faden ausgebeutet worden. Mit gewerkschaftlicher Unterstützung zogen sie gegen den Bauern vor Gericht. Die simple Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards kann man in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit, der Erntehilfe und Saisonarbeit suchen wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen: Bezahlung weit unter Kollektivvertrag, unbezahlte Überstunden, inadäquate Unterkünfte stehen auf der Tagesordnung. Original Author:  Lisa Bolyos

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MIGRATION UND SOLIDARITÄT: Flüchtlinge in Como

MIGRATION UND SOLIDARITÄT: Flüchtlinge in Como

Am 17. August 2016 fahren wir von Basel nach Norditalien, um die Flüchtlinge im Park am Bahnhof San Giovanni in Como zu besuchen. Hunderte von Menschen aus Eritrea, Äthiopien, Somalia, aus dem Sudan und Westafrika stranden dort. Sie werden an der Schweizer Grenze in Chiasso zurückgewiesen und an der Weiterreise in die Schweiz, nach Deutschland oder höher in den Norden gehindert.Die meisten Flüchtlinge möchten zu Verwandten, die bereits vor Krieg, Verfolgung und Elend geflohen sind und schon in Europa leben – ein lebenswichtiger und verständlicher Wunsch. Sie haben oft ungeheuerliche Strapazen durchgemacht, bevor sie an die Schweizer Grenze kommen. Hier stehen sie aber vor einer verriegelten Tür und landen im Park von Como: obdachlos oder unter Zelten, die ihnen Freiwillige gebracht haben. Vor allem junge Menschen aus der norditalienischen Region sind präsent, um den Flüchtlingen Überlebenswichtiges zu organisieren.Freiwillige aus dem Tessin Original Author:  Michael Rössler und Hannes Reiser, Freundeskreis Cornelius Koch

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