Archipel

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MIGRATION UND SOLIDARITÄT: Solidaritätserklärung des EBF-Kongresses*

MIGRATION UND  SOLIDARITÄT: Solidaritätserklärung des EBF-Kongresses*

Seit Monaten verstärken sich die Repressionsmassnahmen gegen Geflüchtete, vor allem in Ventimiglia (Italien). Die Überquerung der französisch-italienischen Grenze wird immer schwieriger und die Solidarität mit den Geflüchteten immer mehr kriminalisiert. Die Situation ist sehr angespannt und hat sich noch verschärft.Über 400 Menschen aus verschiedenen Kollektiven, Bewegungen und Zusammenhängen aus aller Welt haben sich diese Woche (29. Juli bis 5. August) für den Kongress des Europäischen BürgerInnenforums (EBF) in der Nähe von Forcalquier in Südfrankreich versammelt.Hiermit protestieren wir auf das Heftigste gegen die Ereignisse der letzten Tage an der französisch-italienischen Grenze.In der Nacht des 4. August 2016, haben etwa 300 Geflüchtete beschlossen, das Lager des italienischen Roten Kreuzes zu verlassen, um zur Grenze zu marschieren. Sie wollten kollektiv die Öffnung der Grenze bewirken sowie die Freilassung eines Kameraden, der in ein Lager im Süden Italiens gebracht worden war.

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AGROKONZERNE: Das internationale Monsanto Tribunal

AGROKONZERNE: Das internationale Monsanto Tribunal

Seit Jahren regt sich in der Zivilgesellschaft grosser Widerstand gegen den Agrokonzern Monsanto. Am 21. Mai, dem internationalen Protesttag «March against Monsanto», gingen weltweit Tausende auf die Strasse. Mit dem Monsanto Tribunal wird nun öffentlich dem Unternehmen der Prozess gemacht. Original Author:  Esther Gerber Amsterdam, den 7. Juni 2016

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KOLUMBIEN: Eine vielversprechende Saat – trotz alledem

KOLUMBIEN: Eine vielversprechende Saat – trotz alledem

Bauern, Bäuerinnen und die indigene Bevölkerung in Kolumbien führen einen schwierigen Kampf um die Bewahrung von traditionellem Saatgut und für die Ernährungssouveränität. Genveränderte Maissorten sind dabei ihre gefährlichen Gegnerinnen. Neue Tests beweisen deren Präsenz.Ausgehend von ein paar Maiskörnern, die in einer gut umsorgten Erde gepflanzt werden, können wir Saatgut vermehren und dieses mit anderen Menschen teilen, die wertvolle Samen verwenden möchten und sie selber vervielfachen wollen. Ich bin optimistisch – trotz vieler Schwierigkeiten: Unsere Arbeit in Kolumbien mit dem Netzwerk «Red de Guardianes de Semillas de Vida» (RGSV, Hüter_innen der Samen des Lebens) in Verbindung mit unserem kleinen französischen Verein «Les Pieds dans la Terre» (die Füsse in der Erde) [3] und einzelnen Organisationen in Frankreich und in der Schweiz geht voran! Vieles ist besser geworden: Es gibt mehr und mehr selbst produziertes Saatgut; mehr und mehr Leute interessieren sich dafür, reden darüber und werden aktiv. Original Author:  Cynthia Osorio Torres*

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SPANIEN: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 SPANIEN: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Angesichts der aktuellen Situation unserer Freund_innen der andalusischen Gewerkschaft SAT/SOC 1 in Somontes, fällt mir dieses alte Sprichwort La esperanza es lo último que se pierde! (Die Hoffnung stirbt zuletzt) ein. In der heutigen Zeit gibt es nur einige Orte und immer weniger Menschen, denen es möglich ist, die Hoffnung nicht sterben zu lassen.Ich selbst fühle mich glücklich, zu diesen Menschen zu gehören und Einige von ihnen zu kennen. Ein Ort, der mich motiviert, befindet sich im Herzen Andalusiens im Tal von Guadalquivir. Dort haben die grossen Kalifen der Omeya-Dynastie die schönsten Pferde der Antike gezüchtet. Eine reiches Land mit armen Menschen. Und es ist kein Zufall; dieses Land wurde seit dem Sturz des Taifa-Königreiches von despotischen Generälen und Aristokraten regiert. Sie errungen den Sieg im heiligen Krieg gegen den Islam und verdunkelten die Lichter von Al-Andalus durch die Schatten der Inquisition. Eine lange und dunkle Inquisition, die es geschafft hat, bis in unsere Tage fortzudauern. Original Author:  Inaki Mendialdua Pinedo

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FRANKREICH: Wer kämpft, kann gewinnen

FRANKREICH: Wer kämpft, kann gewinnen

– jedenfalls mitunter. Bislang hat sich die seit nunmehr vollen drei Monaten anhaltende Streik- und Protestbewegung gegen das geplante «Arbeitsgesetz» in Frankreich zwar an diesem Punkt nicht durchgesetzt, jedoch bereits Einiges erreicht – und macht weiter. Wie das Kräfteringen ausgehen wird, steht allerdings noch nicht fest, denn das parlamentarische Tauziehen ist noch nicht beendet. Nach der Debatte im Senat vom 13. bis 28. Juni muss der Entwurf in die Nationalversammlung zurückgegeben werden, im Konfliktfall hat diese Kammer das letzte Wort. Die Zweifel wachsen allerdings, ob diese relativ lange Periode für die Regierung nicht doch schwer durchzustehen sein wird. Dazwischen liegt die  Fussball-Europameisterschaft, die an diesem Freitag in Saint-Denis bei Paris eröffnet wird. Original Author:  Bernard Schmid, Paris, den 13. Juni 2016

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WALD UND FELD: Neuigkeiten vom Widerstand in Bure

WALD UND FELD: Neuigkeiten vom Widerstand in Bure

Der Widerstand in Bure gegen die Endlagerung von Nuklear-abfällen wird fortgesetzt und ständig neu erfunden. Angesichts der kommenden Verseuchung eines ganzen Gebietes durch Atommüll stellen sich Fragen über die Zukunft von Landwirtschaft und Wald.Neben der kontinuierlichen Informationsarbeit über Kernenergie bilden sich eine Erweiterung und neue Perspektiven des Widerstandes heraus. Die Bindung und Verankerung im Herzen dieser ländlichen Gebiete ist ebenfalls eine zentrale Frage. Sie drohen zu ausschliesslichen Produktionszonen für die Städte zu werden, jeglichen Lebens entleert.Am Dienstag, den 17. Mai 2016, haben die Senatoren einen Gesetzesvorschlag geprüft, der die Beschleunigung der Inbetriebname des Zentrums für die Endlagerung von Nuklearabfällen CIGEO in Bure (Meuse/Haute Marne) als «Pilotprojekt in der Forschungsphase» anstrebt. Wenn dieses neue Gesetz in Kraft tritt, wird uns – ohne Abstimmung – ein gigantisches Atommüllprojekt aufgezwungen. Vor uns: Berge von Risiken, ein sich abzeichnendes finanzielles Desaster und der programmierte Tod eines ganzen Gebietes.Strahlende Aussaaten, keine verstrahlten Felder Original Author:  Einige aus dem französischen Osten

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FLUCHT UND MIGRATION: Ich kam als Ausserirdischer an

FLUCHT  UND  MIGRATION: Ich kam als Ausserirdischer an

Seit Anfang dieses Jahres sind bereits 3‘000 flüchtende Menschen im Mittelmeer ertrunken. Sack Mike Philippe ist einer der es aus dem Kongo bis nach Europa geschafft hat. Er beschreibt hier einen Teil seiner Fluchtgeschichte.Ich bin Sack Mike Philippe, in Zentralafrika geboren und 2013 nach Europa geflohen. Ich bin ein Mensch der Grenzen. Das sage ich gleich zu Beginn: Das, was ich auf meiner Flucht erlebt habe, wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind. Ich werde hier nur einen kleinen Teil meiner Flucht erzählen, wie ich von Marokko nach Spanien gekommen bin. Original Author:  Sack Mike Philippe (Dieser Text wurde von Judith Keller aufgezeichnet und im Mai 2016 in der Papierlosen Zeitung Zürich erstveröffentlicht.)

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Das Kirchenasyl auf dem Prüfstand

Das Kirchenasyl auf dem Prüfstand

Angesichts des immer grösser werdenden Flüchtlingselends appelliert der «Freundeskreis Cornelius Koch», benannt nach dem im Jahr 2001 verstorbenen Flüchtlingspfarrer, an die Kirchenleitungen in der Schweiz, diejenigen Gemeinden und Hilfswilligen zu unterstützen, die bedrohte Flüchtlinge im Kirchenasyl schützen wollen. Die Initiative hat alle Kirchengemeinden  in der Schweiz sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger angeschrieben, um mit diesen gemeinsam bei Gottfried Locher, dem Präsidenten des Evangelischen Kirchenbundes, sowie bei Dr. Charles Morerod, dem Präsidenten der Bischofskonferenz, für den Erhalt und die Anwendung des Kirchenasyls einzutreten.1 Diesem Archipel liegt in der Schweizer Ausgabe ein Musterbrief bei, der unterzeichnet an die Kirchenleitungen geschickt werden kann. Der Auslöser dieser Briefaktion war die Empörung Original Author:  Michael Rössler

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ÖSTERREICH: Kraftprobe beim Asylrecht

ÖSTERREICH: Kraftprobe beim Asylrecht

In Österreich wurde das Asylrecht so verschärft, dass es für einen Grossteil der Geflüchteten gar nicht mehr existiert. Die Stimmung im Land ist angeheizt wie schon lange nicht mehr. Der Kandidat der extremen Rechten hat bei der Präsidentenwahl 35 Prozent der Stimmen erhalten. Die Mitte zerbröselt; die Kandidaten der SPÖ (sozialdemokratisch) und ÖVP (bürgerlich- konservativ) erhielten jeder knapp über 10 Prozent. Es kommt zu einer Stichwahl. Ob der grüne, jedoch sowohl von Linken als auch von manchen Bürgerlichen unterstützte Van der Bellen das Aufholrennen gegen den Rechtsaussenpolitiker Hofer schafft, ist heute (Ende April) noch ungewiss.Vorangegangen ist der – von der Regierung bewusst herbeigeführte – Zusammenbruch des Asylaufnahmesystems im Sommer 2015. Obwohl jeder Medienkonsument wusste, dass in Syrien Krieg herrscht und kein Ende absehbar ist, hatte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner keine Vorsorge getroffen, um die zu erwartende Massenflucht aufzufangen. Original Author:  Michael Genner

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MIGRATION: Die Lage der Flüchtlinge in Ventimiglia 

MIGRATION:  Die Lage der Flüchtlinge in Ventimiglia 

Nach wie vor versuchen hunderte Flüchtende über die italienisch-französische Grenze nach Frankreich zu kommen, um dann zumeist nach Calais und von dort aus nach England zu gelangen. Seitdem das selbstverwaltete Lager «Presidio No border Ventimiglia» von der Polizei geräumt wurde, hat sich ihre Situation wesentlich verschlimmert.Im Sommer 2015 hatten ca. 100 Geflüchtete und engagierte Personen dieses Lager für den Empfang von Menschen auf der Flucht aufgebaut, 100 Meter von der französisch-italienischen Grenze entfernt, zwischen Ventimiglia und Menton. Sie lebten dort und setzten sich gegen Grenzen, ethnisch motivierte Kontrollen, die täglichen Abschiebungen und für uneingeschränkte Reisefreiheit ein.1 Bis zur Zwangsräumung durch die italienische Polizei im September, die auch den europäischen Anwesenden strafrechtliche Verfolgungen (Entziehung von Freiheitsrechten, Landesverweisungen) einbrachten, wurde in den französischen und italienischen Medien immer wieder über die Situation in Ventimiglia berichtet. Seit Herbst 2015 ist das Echo in den französischen Medien praktisch inexistent, obwohl die Situation sich nicht änderte und die Zahl der Ankömmlinge wieder zunimmt. Original Author:  Noëlle Damaj

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