SCHWEIZ: Aufruf an die Gemeinden: Nehmt Geflüchtete von den griechischen Inseln auf

von Claude Braun, EBF, 09.08.2020

Das EBF schliesst sich diesem Aufruf des Freundeskreis Cornelius Koch und CEDRI an:

Die Situation in den Lagern auf den griechischen Inseln ist menschenunwürdig

Während Monaten und Jahren müssen die geflüchteten Menschen in überfüllten Camps, wie z. B. im Lager Moria auf Lesbos, ausharren. Auf mehr als tausend Personen kommt ein Wasserhahn. Für die Verteilung von Essen müssen sie stundenlang anstehen, oft ist dieses ungeniessbar. Bei einem Covid-19-Ausbruch droht eine Katastrophe mit vielen Toten. Die bisherige Aufnahme durch den Bundesrat von lediglich 53 minderjährigen Flüchtlingen aus den Camps, die schon Verwandte in der Schweiz haben, ist eine Schande angesichts der grossen Not.

Eine breite Kampagne zur Aufnahme von Geflüchteten aus den Camps

50.000 Menschen in der ganzen Schweiz, die Landeskirchen und über 130 Organisationen unterstützen den Oster appell der Kampagne von Amnesty International, Evakuieren JETZT und der Migrationscharta, welcher eine rasche Evakuierung der griechischen Lager und eine grosszügige Aufnahme von Geflüchteten fordert. Auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker – über alle Parteigrenzen hinweg – haben sich hinter die Forderungen gestellt. Was zählt, ist nicht die Parteizugehörigkeit, sondern das menschliche Gewissen. Die acht grössten Städte der Schweiz (Zürich, Bern, Basel-Stadt, Luzern, Winterthur, St.Gallen, Lausanne und Genf) haben sich diesem Appell angeschlossen. Sie fordern die Bundesbehörden auf, mehr zu tun, um die Not auf den Inseln der Ägäis zu stoppen, und erklären sich bereit, Geflüchtete von dort aufzunehmen. Dies ist nicht nur ein moralisches Statement, sondern ein konkretes Angebot, welches der Bundesrat annehmen sollte.

Die Gemeinden sind die Grundlage unserer Demokratie!

Die Hoffnung, dass der Bundesrat die offene Haltung dieser Städte zur Kenntnis nehmen würde, hat sich bis jetzt leider nicht erfüllt. Deshalb sollen auch möglichst viele kleinere Städte und Dörfer in der ganzen Schweiz ihre Stimme erheben. Je zahlreicher diese sind, umso mehr wird klar, dass es überall in unserem Land den Willen gibt, den Flüchtlingen zu helfen. Gleichzeitig steigen die Chancen, dass der Bundesrat endlich zur Einsicht kommt und menschlich handelt. Deshalb fordern wir, Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde XYZ von unseren Gemeindebehörden:

  • sich bereit zu erklären, Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen,
  • diesen Beschluss öffentlich zu kommunizieren und ihn an den Bundesrat weiterzuleiten.

Sie können hier die Petition runterladen und wir bitten Sie damit in Ihrem Bekanntenkreis aktiv zuwerden. Wenn Sie mit den OrganisatorInnen Kontakt aufnehmen möchten, können Sie diese Rückmeldekarte benutzen oder eine Mail an folgende Adresse senden: freundeskreis_koch@gmx.ch Danke im Voraus für Ihr Engagement!