Landwirtschaft & Migration

Exploitation autour de la Méditerranée

von Frédéric Décosse, Emmanuelle Hellio, Béatrice Mésini, Juana Nieto-Moreno, 01.03.2019

Un état des lieux des mobilisations et des luttes dans le secteur agricole: coopération des acteur·euses et actrices, mutualisation des acquis et contextualisation des enjeux en Méditerranée. Comment rendre visible et lutter contre l'exploitation des ouvriers et ouvrières agricoles étranger·es dans les enclaves méditerranéennes d'agriculture intensive? Tels étaient les titres et thémes d’une rencontre en Provence en mars dernier.

SPANIEN: Soziale Kämpfe in Andalusien

von Jacques Berguerand, FCE und Longo maï, 23.02.2018, Veröffentlicht in Archipel 267

Auf Einladung der andalusischen Landarbeiter-Gewerkschaft SOC-SAT waren Vertreter·innen des EBF und Genossenschafter·innen aus mehreren Longo-maï-Kooperativen im November 2017 in Spanien. Sie wollten mehr über die aktuellen Kämpfe und die Realität der Landarbeiter·innen in Andalusien erfahren. Hier ihr Bericht, mit einer ausführlichen Übersicht und einem historischen Rückblick.

ANDALUSIEN: Eine Reise nach Almería und Somonte

von Johannes Dahmke, 04.03.2017, Veröffentlicht in Archipel 256

Im Herbst 2016 nahm ich mir Zeit, die Freundinnen und Freunde der Gewerkschaft SOC in Almería und El Ejido in ihrem Alltag zu besuchen und einen Ausflug zur Landbesetzung von Somonte zu machen.

Casa Sankara

von Papa Latyr Faye (Hervé) Präsident der Vereinigung «Ghetto out - Casa Sankara»1, 24.01.2017, Veröffentlicht in Archipel 255

Im November 2016 beteiligte sich das EBF an einer Infotour durch die Schweiz, die von Solifonds und Multiwatch organisiert wurde. In mehreren Städten fanden öffentliche Veranstaltungen statt, in denen Carmen Cruz Paredes und Spitou Mendy vom SOC-SAT über die Situation im südspanischen Andalusien berichteten und Hervé Papa Latyr Faye über diejenige in Apulien in Süditalien.

LIBANON: Was Gärten erzählen

von Ricardo P, 31.12.2016, Veröffentlicht in Archipel 254

Wie bereits im Mai berichtet*, reiste ich mit «Graines & Cinéma» (Saatgut & Film) im letzten Frühjahr über Griechenland und die Türkei in den Libanon. Unser Ziel: Saatgut zu den Menschen in den Flüchtlingslagern zu bringen. Hier meine Eindrücke von fünf Monaten im Libanon.

Schweiz-Spanien: Protest gegen Verurteilung eines andalusischen Gewerkschafters zu dreieinhalb Jahren Gefängnis

von Raymond Gétaz, EBF Schweiz, 03.07.2016

SCHWEIZ: OFFENER BRIEF AN DIE SPANISCHE BOTSCHAFT
Mit einem offenen Brief protestieren das EBF, der Solifonds und die Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft gegen die Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft eines Gewerkschafters aus Andalusien. Sie können sich dieser Protestaktion ebenfalls anschliessen. Andres Bodalo, ein aktiver Gewerkschafter der SAT, der sich in der Nachbarregion Jaén seit über dreissig Jahren für die migrantischen wie auch für die einheimischen Tagelöhner einsetzt, ist nun aufgrund einer Protestaktion, an der er teilnahm, zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Richter aus Jaén zog als juristische Grundlage einen Terrorismusparagraphen heran, den er dafür nutzte, eine Gewerkschaftskundgebung zu kriminalisieren. Der gesamte Gerichtsprozess muss als Farce angesehen werden, da verschiedenste Beweise, wie z.B. eine Videoaufnahme sowie eine Zeugenaussage eines Polizisten der Guardia Civil vom Richter nicht aufgenommen wurden. Die SAT legte Berufung ein, der aber aufgrund eines weiteren Verfahrensfehlers nicht stattgegeben wurde. Aus diesem Grund haben die Angehörigen des Verurteilten nun einen Antrag auf Begnadigung eingebracht, den die hier Unterzeichnenden mit Nachdruck unterstützen. Gewerkschaftliche Aktivitäten sowie öffentlicher Protest sind untrennbar mit unseren demokratischen Traditionen verbunden und dürfen unter keinen Umständen mittels Terrorismusparagraphen verunmöglicht werden.

LAUTSPRECHER: Ziviler Ungehorsam

von Ruth Dreifuss, Schweiz, 23.04.2016, Veröffentlicht in Archipel 244

Am 28. November 2015 wurde in St. Gallen der Paul-Grüninger-Preis verliehen. Hauptpreisträger ist dieses Mal die andalusische Landarbeiter_innengewerkschaft SOC-SAT, Anerkennungspreise gingen an die Wiener Asylhilfegruppe Refugee Protest Camp Vienna und die Autonome Schule Zürich. Wir publizieren hier einen Grossteil der Laudatio von Ruth Dreifuss.*

SPANIEN - ANDALUSIEN: Zwischen Krise und politischer Öffnung

von Federico Pacheco, SOC-SAT, 13.03.2016, Veröffentlicht in Archipel 245

Inmitten der Wirtschaftskrise und trotz Unterdrückung der sozialen Proteste hat die andalusische Gewerkschaft SOC-SAT im Jahr 2015 dank ihrer Strategie internationaler Aktionen, dank der Festigung ihrer Organisation und ihrer Allianz mit Akteur_innen der neuen spanischen Politik Erfolge erzielt.

LAUTSPRECHER: Erfolg gegen Biosol

von ’Archipel, 05.01.2016, Veröffentlicht in Archipel 243

Wir haben im letzten Archipel ausgiebig über den Prozess von fünf marokkanischen Arbeiterinnen gegen die Gemüseverpackungsfirma Biosol im Plastikmeer von Almeria berichtet. Allerdings lag bis zum Redaktionsschluss das Urteil noch nicht vor. Nach 14 Monaten Bangen bekamen die entlassene Gewerkschaftsdelegierte Hafida Mounjid und ihre Mitstreiterinnen nun Recht auf der ganzen Linie: ein grosser Erfolg für die fünf Frauen und die andalusische LandarbeiterInnen-Gewerkschaft SOC. Am 30. Oktober 2015 verkündigte das Arbeitsgericht von Almeria: «Niemand kann für den freien Ausdruck seiner Ideen, seiner Kritiken oder seiner Meinungen und noch weniger für seine gewerkschaftlichen Aktivitäten entlassen werden.» Somit galt das Arbeitsverhältnis nie als aufgehoben. Die Firma Biosol muss die Löhne der letzten 14 Monaten nachträglich auszahlen und den Frauen wieder einen Arbeitsplatz gewähren. Wir gratulieren herzlich und freuen uns über diesen Etappensieg, den wir mit unserer internationalen Kampagne nach Kräften unterstützt haben.

SPANIEN: Der Prozess gegen Biosol in Almería

von Johannes Dahmke, EBF, 05.01.2016, Veröffentlicht in Archipel 242

Das Europäische BürgerInnen Forum (EBF) schickte dieses Jahr zwei Mal eine Delegation zur Prozessbeobachtung nach Andalusien. Arbeiterinnen hatten die Gemüseverpackungsfirma Biosol wegen ihrer Entlassung verklagt. Der erste Gerichtstermin wurde vor Ort kurzfristig verschoben. Der zweite Termin fand am 11. September 2015 statt.

Spanien: Biosol wegen Entlassungen gerichtlich verurteilt

von Raymond Gétaz, EBF Schweiz, 04.11.2015

Pressemitteilung von Mittwoch, dem 4. November 2015: Schweizer KonsumentInnen wehren sich mit Erfolg gegen Sozialdumping in der industriellen Landwirtschaft in Spanien. Fünf marokkanische Migrantinnen aus dem Plastikmeer von Almeria (Andalusien) gewinnen ihren Prozess gegen missbräuchliche Entlassungen durch die Firma Biosol Portocarrero. Eine Gruppe von kritischen KonsumentInnen aus der Schweiz hat sie dabei unterstützt. Im August 2014 entliess die Gemüseproduktions‐, Verpackungs‐ und Kommerzialisierungsfirma Biosol Portocarrero im spanischen Nijar fünf Arbeiterinnen, weil sie in der Fernsehsendung „Bio‐illusion“ von ARTE die miserablen Arbeitsbedingungen im Plastikmeer von Almeria angeprangert hatten. Die in der Gewerkschaft SOC organisierten Frauen verlangten ihre sofortige Wiedereinstellung, das Recht auf gewerkschaftliche Organisation und freie Meinungsäusserung. Kritische KonsumentInnen aus dem Umfeld des Europäischen BürgerInnenforums in Basel und der „Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft“ in Gland (VD) informierten die Öffentlichkeit über diese skandalösen Entlassungen. Dies löste eine internationale Welle von Protesten aus. Die schweizerische Organisation Biosuisse, welche bis anhin die biologische Produktion der Firma Biosol zertifiziert hatte, versuchte in diesem Konflikt zu verhandeln. Dies führte zu keinem Erfolg. Im Januar 2015 entzog Biosuisse der Firma Biosol Portocarrero die“Knospe“ und verhinderte so den Verkauf derer Früchte und Gemüse in den Supermärkten von COOP in der Schweiz. Die entlassene Gewerkschaftsdelegierte, Hafida Mounjid, reichte zusammen mit den anderen Frauen Klage beim Arbeitsgericht ein. Während 14 Monaten mussten die Frauen um ihre Zukunft bangen. Keine andere Firma wollte die aufmüpfigen Marokkanerinnen beschäftigen. Überall wurden sie angefeindet, weil sie über die Arbeitsbedingungen berichtet hatten. Die Firma bot ihnen Entschädigungen an, doch die fünf Frauen lehnten diese ab, denn sie wollten zu ihrem Recht kommen: „Wir haben nichts schlechtes gemacht, es gab keinen Grund uns nach so vielen Jahren in dieser Firma zu entlassen, wir wollen keine Abfindungen, wir wollen weiterkämpfen, um an unsere Arbeit zurückzukehren, es geht um unsere Würde“.