El Ejido

Das Plastikmeer von El Ejido bleibt trotz gravierender Umweltprobleme das Zentrum der industriellen Gemüseproduktion und setzt weiterhin auf die schonungslose Ausbeutung schutzloser Menschen. Die Arbeitsbedingungen sind so schlecht, dass selbst in Krisen keine Spanier_innen unter Plastik arbeiten wollen. Diejenigen, die sich als Tagelöhner in den Tunnels verdingen müssen, sind häufig Geflüchtete und Sans-Papiers. Doch es wartet keine Gastfreundschaft auf sie, sondern vielmehr moderne Sklaverei. Tausende arbeiten für einen Hungerlohn in den Gemüsegewächshäusern im Plastikmeer von Almeria oder auf den Erdbeerfeldern in Huelva. Auch viele Menschen aus Osteuropa sind davon betroffen sowie die Ärmsten unter den SpanierInnen.

Die kleine andalusische LandarbeiterInnen-Gewerkschaft SOC-SAT setzt sich seit Jahren für die am meisten Benachteiligten ein – für Einheimische und MigrantInnen. Drei Anlaufstellen der SOC-SAT in Almeria, Nijar und El Ejido bieten juristische und menschliche Betreuung an. Diese werden momentan von Hilfesuchenden fast überrannt. Unsere Partnerorganisation kämpft mit einem Mehraufwand an Energie, Zeit und Geld, um Allen helfen zu können. Unsere Freundinnen und Freunde haben obendrein einen neuen Skandal aufgedeckt. Dank ihnen haben zehn Marokkanerinnen ihre Angst überwunden und ihre Vorgesetzten wegen sexueller Übergriffe angezeigt. Wenig später schlossen sich der Klage auch vier spanische Erdbeerpflückerinnen an. Viele Landarbeiterinnen werden von den Vorgesetzten sexuell bedrängt und danach eingeschüchtert. Was bisher verschwiegen wurde, bringen diese mutigen Frauen an die Öffentlichkeit. Ganz klar: Es handelt sich dabei nur um die Spitze eines Eisberges.

Wir wollen noch vielen anderen Frauen dabei helfen, Prozesse gegen ihre Peiniger zu führen. Nur so kann dieses Übel eingedämmt werden. Wir müssen die Mittel bereitstellen, damit die SOC-SAT diese wichtige Initiative ausweiten kann.

Wir danken Ihnen für Ihren Beitrag und Ihre Solidarität.

Delegationsbericht aus El Ejido